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Unreal
Sie
sind ein Gefangener in einem Gefangenentransport auf den Weg zur Strafkolonie,
die Pritsche ist unbequem, das Essen ungenießbar und die Zeit will
überhaupt nicht vorübergehen. Plötzlich fängt das
Raumschiff an zu vibrieren, und sie und auch alle anderen werden gegen
die Wände geschleudert. Dann wird es ihnen schwarz vor den Augen.
Als sie wieder aufwachen sind alle Mitgefangenen tot und sie hat es auch
schwer mitgenommen, aber glücklicherweise sind auch alle Kraftfelder
ausgefallen. Sie verlassen ihre Zelle und erkunden das Raumschiff. Ein
weiterer Überlebender stirbt tragischerweise auf dem elektrischen
Stuhl als sie an der Apparatur herumspielen und aus Versehen die Stromzufuhr
einschalten. Naja, der hatte sowieso die Todesstrafe bekommen. Glücklicherweise
finden sich in den Gängen überall Verbandskästen, die helfen
die Gesundheit wiederherzustellen. Überall finden sie tote Besatzungsmitglieder,
die ihnen ihre Log- und Tagebücher hinterlassen haben. Ein Schott
läßt sich nicht öffnen, aber durch den Schlitz hören
sie Schreie und Schüsse von zwei Wächtern. Als die Tür
dann doch noch aufgeht, flieht gerade das Monster, das die beiden Wächter
tötete. Aber da liegt ja noch eine Waffe herum, nun ist man endlich
bewaffnet und kann versuchen von dem Schiff zu fliehen und Hilfe zu suchen.
So fängt das erste Level von Unreal an und erzeugt sofort eine gruselige
Atmosphäre. Epic Megagames übertrafen im Sommer ´98 alle
noch so hoch gesteckten Erwartungen an das Spiel. Es heimste überall
in der Presse Vorschußlorbeeren ein, und sahnte noch mehr Auszeichnungen
ein als es endlich fertig war. Die Grafik, Musik und der Sound erschufen
eine Atmosphäre, die nur von wenigen Spielen erreicht werden kann.
Leider hatte nur ein kleiner Teil der Spieler die Möglichkeit es
in der ganzen Grafikpracht zu spielen, da die Hardwareanforderungen ziemlich
hoch sind. Wenn man einen leistungsfähigen Rechner hat, kann man
in Unreal die beste Grafik im Genre sehen. Die Effekte der Unreal-Engine
ermöglichen es die Spielwelt absoulut realistisch umzusetzen. Wasser
ist je nach Art des Wasser mehr oder weniger durchsichtig, und auf dem
auf Hochglanz gebrachten Marmor spiegeln sich die Lichter. Die Palette
an Lichtern reicht von schwachen Leuchtkristallen über mittelalterliche
Fackeln bis zu Flutlichtanlagen. Die Texturen der Wänder sind gut
gemacht und erzeugen einen noch größeren räumlichen Effekt.
Der Sound ist klasse gemacht, überall sind Umgebungsgeräusche,
die die richtige Hardware und mindestens 4 Boxen vorausgesetzt, es möglich
machen die Richtung aus der die Geräusche kamen zu orten. Die Gegner
sind verdammt intelligent und suchen Schutz hinter Objekten und wachten
auf den richtigen Zeitpunkt um loszuschlagen. So gut gemachte Gegner gibt
es in keinem anderen Spiel.
Missionen
Die einzelnen
Level von Unreal sind abwechslungsreich und überzeugend gemacht.
Man kämpft unter freiem Himmel, in Minen und fliegenden Städten,
verschiedenen Tempelanlagen und Raumschiffwracks. Alle dargestellten Orte
sind auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Eine Kirche hat einen
Friedhof nebst herumspukenden Nali-Geist um sich herum, eine Empore und
einen Glockenturm, den man natürlich auch erklimmen kann. Einen Riesenturm
namens "Sunspire" steht auf einem hohen Felsen in einem Lavasee
und reicht fast bis zu den Wolken. Hoffentlich ist der Spieler schwindelfrei,
denn den Turm muß man bis ganz nach oben besteigen, um danach mit
einer Fähre zu den Wolkenstädten zu gelangen. Die Level in Unreal
wirken auch nicht so steril wie anderen Spielen, denn hier ist immer was
los: kleine känguruhartige Tiere weiden auf den grünen Wiesen,
ihre großen Eltern schauen ihnen dabei zu, große Raubvögel
kreisen in der Höhe und warten darauf, das der Spieler irgendeinem
Unglück zum Opfer fällt. Und dann sind da noch die Nali, die
von den schrecklichen Skaarj unterdrückt werden und in den Minen,
Lagern und Raumschiffen arbeiten müssen. Wenn man sie vor den Feinden
beschützt, zeigen sie einem Verstecke, in denen sie Waffen, Munition
und Verbandsmaterial gehortet haben. Der Spieler muß für sie
sowas wie ein Messias sein, denn sie huldigen ihn überall, wo sie
ihn treffen. Die Nali scheinen zudem auch Christen zu sein, da in allen
religiösen Stätten der Nali Kreuze hängen, allerdings mit
zwei gekreuzten Querbalken, da die Nali vier Arme haben, und sich wahrscheinlich
auch ihren Gott so vorstellen.
Die Feinde treten selten in Horden auf, was auch nicht nötig ist,
da die Gegner sehr schlau und stark sind. Einige verstecken sich hinter
ihren Schilden, andere rollen wie wild hin und her um den Schüssen
des Spielers auszuweichen. Die Gegner überrascht man meistens auf
Patrouillengängen, oder sie lauern in dunklen Ecken auf den Spieler.
Den Programmieren sei dank, es liegen überall Power-Ups herum die
dem Spieler helfen sollen dieses Spiel zu bestehen. Eine Taschenlampe
ist in dunklen Mine mit ausgeschalteten Stromgeneratoren sehr nützlich.
Einige Situationen können den Spieler in Panik versetzen, wie zum
Beispiel ein langer Gang ,den der Spieler durchlaufen muß. Er legt
ein paar Schalter um, um die Stromversorgung auszuschalten. Er geht zurück
und hinter einer Biegung schnellt eine Barriere aus der Seite heraus.
Er läuft zurück, und auch da ist der Gang versperrt und er ist
gefangen. Plötzlich ein Klacken, und das Licht am Ende des Ganges
geht aus, und dann noch eins und noch eins. Es wird stockfinster in dem
engen Gang. Nach einigen Sekunden ängstlichen Wachtens hört
man eine sich öffnende Tür und ein Schnaufen, man schmeißt
eine Leuchtfackel auf den Boden und das Monster erscheint im roten Licht
der Fackel. Nun gilt es das Vieh zu töten, bevor es einen tötet.
Das Spiel überrascht einen immer wieder mit solchen Schockeffekten,
und nach einiger Zeit vermutet man hinter allen Ecken und Kanten einen
Feind, wirklich einfach für den Spieler haben es die Programmierer
wirklich nicht gemacht.
Der Leveleditor liegt der Verkaufsversion netterweise bei, auch wenn er
in der Verkaufversion selten lief, da man aus Versehen die falschen Funktionsbibliotheken
mitgeliefert hatte. Aber mit den Updates aus dem Internet sollte es eigentlich
laufen. Der Editor ist nicht einfach nur ein normaler Editor, er erlaubt
es auch eigene Monster und Effekte zu programmieren, da er eine eigene
Variante der Programmiersprache C mitbringt.
Technik
Unreal ist ein Windowsspiel auf DirectX-Basis, also benötigt man
mindestens Windows 95/98 oder Windows NT mit Service Pack 3. Ein Pentium
166Mhz oder was vergleichbares und 32MB RAM sollten es schon sein, wenn
man eine 3DFx-Beschleunigerkarte sein eigen nennt, ansonsten ein 233Mhz
Prozessor oder schneller. Plattenplatz verschwendet das Spiel reichlich,
400 MB, das ist die gesamte CD, werden auf die Festplatte kopiert. Die
verschiedenen Teile der Unreal-Engine benötigen aber auch diese Leistung.
Die Grafikengine ist traditionell der aufwendigste Teil einer 3D-Engine.
Sie muß die Positionsdaten der einzelnen Objekte berechnen, die
geometrischen Figuren der Objekte erstellen, die dann mit Texturen belegen,
und manchmal noch Effekte wie Explosionen, Licht oder Animationen berechnen.
Ein Bild ist am Ende gut 1MB groß, und da man keine abgehackten
Bilder sehen möchte, der Aufwand 25 mal pro Sekunde wiederholt werden
muß, heißt daß, daß mehrere Millionen Bytes pro
Sekunde mehrmals durch die Hardware verschoben werden müssen, und
das haut ganz schön rein. Der Sound benötigt auch immer mehr
Rechenleistung, da auch hier immer wieder neue Effekte wie Dolby Surround,
Hall, Reverb und andere Schmankerl erfunden werden.
Die Grafikengine von Unreal ist brandneu und keine aufgebohrte Version
einer alten Engine wie Doom II, Sin oder Half-Life. Die Programmierer
arbeiteten über 2 Jahre daran die Engine zu entwickeln. Die Akteure
in dem Spiel sind wie in allen neuen Spielen Polygone (=Vielecke). Polygone
sind geometrische Körper, die aus vielen kleinen einzelnen und grundlegenden
Formen wie Dreiecke und Vierecke bestehen. Diese werden aneinander geklebt
und bilden so den Körper, das kann man gut verstehen, wenn sich einen
Fußball vorstellt, der aus vielen flachen Fünf- und Sechsecken
besteht, aber richtig zusammengenäht einen annähernd runden
Ball ergeben und je mehr Teilstücke man nimmt, desto runder wird
er, und moderne Spielfiguren bestehen aus bis zu 30.000(!) solche Vielecke.
Durch diese Darstellungsweise sind Körper richtig dreidimensional,
was es erlaubt um sie herumzugehen ohne daß sich die Grafik schlagartig
ändert, was bei Bitmap-Darstellung der Fall ist.
Der Sound und die Musik tragen sehr viel zu Atmosphäre bei, was an
der glasklaren Ausgabe und den tollen Effekten liegt. Die Musik ist ideal
auf die Level abgestimmt, wenn der Spieler dann nach mehreren Minenabschnitten
ein Freiluftlevel erreicht wird eine etwas belebtere Musik abgespielt
als die düsteren und bedrückten Stücke in den Minen. Die
Qualität der Musik erreicht beinahe CD-Qualität.
Der Sound ist auch exzellent, die Umgebungsgeräusche passen immer
zum Ort, und die Waffen klingen absolut realistisch. Die Sterero-, Quadrophonie-,
und Dolby Surroundeigenschaften sind phänomenal. Wenn man mit der
"Automag" einer Automatikpistole schießt, fällt die
Patronenhülse auf den Boden, und man hört das Klimpern, aber
wenn man sich jetzt dabei noch dreht, kann man deutlich das Klimpern auf
einem anderen Lautsprecher hören, so fein unterscheidet Unreal die
Position der Geräusche. Die Konsole ist schlicht und einfach, und
ermöglicht es verschiedene Einstellungen zur Laufzeit zu verändern.
Multiplayer
Unreal bietet die Möglichkeit über TCP/IP im Internet oder in
einem lokalen Netzwerk mit bis zu 16 Leuten zu spielen. Alles ist konfigurierbar,
man kann das eigene Aussehen einstellen, die Anzahl der Mitspieler und
ob Computerspieler mitspielen sollen. Als Spielarten kann man auswählen:
Deathmatch:
Ein normales Deathmatchspiel, töte die anderen ohne selbst getötet
zu werden. Es können alle Einzelspielerlevel benutzt werden, was
nicht empfehlenswert ist, und spezielle Mehrspielerlevel. Diese reichen
von riesigen mehrstöckigen Gebäuden bis zu kleinen Räumen
die vielleicht nur 50 m² groß sind.
Coop: Im Coop kann man zu mehreren das gesamte Spiel durchspielen, die
Gegner und Power-Ups sollten aber redlich geteilt werden.
Teamplay: Das Teamplay ist genau wie ein Deathmatch, nur das man jetzt
in Mannschaften aufeinander losgeht.
KingOfTheHill: Keine Ahnung, leider; aber es scheint ein Art von Capture
The Flag zu sein, wo man versucht die andere Fahne zu erobern, und zur
eigenen Basis zurückzubringen.
DarkMatch: DarkMatch ist ein Deathmatch in einem stockdüsteren Level,
mit einigen sehr gleißend hellen Stellen. Der Gag ist, wenn man
ohne Taschenlampe unterwegs ist findet man vielleicht den Gegner nicht,
macht man sie aber an muß der Gegner nur auf den hellen Punkt schießen
der da rumläuft. Vielleicht sollten Soldaten mit dem Rauchen aufhören,
den da hat man einen roten Punkt direkt vor dem Kopf!!!
Bugs
In Unreal gab es eigentlich kaum Bugs, bis auf den Voodoo-Rush-Bug. Auf
Rechner mit Voodoo-Rush wollte das Spiel nicht mit der Karte laufen, was
Millionen von Voodoo-Rush Besitzer verärgerte. Der Editor in der
Verkaufsversion wollte auch einfach nicht starten, aber das war ein Fehler
beim Zusammenstellen der CD, da man da aus Versehen eine alte Version
der Bibliotheken beipackte, aber das fällt bei einem kostenlosen
Zusatzprogramm nicht so ins Gewicht. Die Update auf die aktuelle Version
220 kann man sich im Internet herunterladen. Es empfiehlt sich diese Version
herunterzuladen, da auch wenn alles funktioniert einige unauffällige
Fehler behebt werden, sondern auch Treiber für andere Grafikkarten
installiert werden, was das Spiel dann auf den betroffenen System schneller
und schöner aussehen läßt.
Fazit
Unreal ist ein leuchtender Stern am sonst so düsteren 3D-Actionspielehimmel.
Anstatt wie andere einfach eine bestehende Engine zu kaufen, hat Epic
eine exzellente Engine selber geschrieben, was einiges mehr kostet, und
alle anderen Programmen übertroffen. Das Resultat ist wirklich mehr
als überzeugend. Vielen neuen Komponenten für den PC liegt das
Spiel dabei, so daß man bei den Sachen die man für das Spiel
braucht, es gleich selber dazu geschenkt bekommt. Unreal bietet zwar nichts
wirklich neues, aber alle momentanen Standards bei 3D-Actionshootern wurden
einfach perfekt in dem Spiel umgesetzt.
www.unreal.com
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