Der Mut ist wie ein Regenschirm: wenn man ihn am dringendsten braucht, fehlt er einem
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Einige Vorworte aus dem Print-Medium

Das allererste Vorwort aus der Ausgabe 1/94

Herzlichen Glückwunsch zum Erwerb dieser Schülerzeitung. Wir Bedanken uns für das gespendete Vertrauen und hoffen, daß sie mit diesem Produkt zufrieden sind. Es wurde unter Verwendung neuester Layout - Technologien hergestellt. Dabei wurde natürlich auch viel Wert auf seriösen Journalismus und vollständige Verifikation der Artikel gelegt.

Deshalb sollte presserechtlich alles einwandfrei sein. Sollte dem einmal nicht so sein, wendet euch bitte konstruktiv an die Redaktion (Destruktive Kritik geht zum Chefredakteur). Wir wünschen noch viel Spaß und gute Unterhaltung bei der Lektüre dieser Zeitung.

Noch etwas in eigener Sache. Wir suchen immer Mitglieder für die Redaktion oder freie Mitarbeit. Meldet euch also mal bei irgendeinem Redaktionsmitglied!

Die Redaktion

PS: Gott bewahre uns vor Sittenverfall, Geistesarmut, Abstumpfung und geistiger Umnachtung. Außerdem gebe er, daß die Menschheit auch nach Erscheinen dieses Heftes noch klar denken kann.

 

Das Vorwort der Ausgabe 2/94

Es ist wieder soweit, daß ein neues Meisterwerk der Medienkunst den Weg in unsere Schule gefunden hat. Es ist in vielerlei Hinsicht ein tolles Stück der deutschen Kultur:

1. Es ist die erste zweite Ausgabe einer Schülerzeitung seit langem.
2. Der Werbeanteil liegt mit 5 1/2 Seiten weit unter dem Branchendurchschnitt.
3. Das Layout wurde wie in Ausgabe 1 meisterhaft und mustergültig mit dem Aldus Pagemaker gezimmert und ist somit eines der besten (um nicht zu sagen das beste) Layouts in Deutschland.

Darüberhinaus sind wir sehr stolz auf alle Akteure, Journalisten und Redakteure, die es geschafft haben diese Zeitung nicht zur Peinlichkeit² werden zu lassen. Wir sind inzwischen Mitglieder der AGJPNW und profitieren davon. Selbstverständlich legen wir auch weiterhin Wert auf seriösen Journalismus.

Zum Schluß noch eines: Schreibt weiter Artikel, damit wir mit eurer Arbeit unseren Erfolg machen können.

 

Das Vorwort der Ausgabe 3/94

Nach vehement langer, schweißtreibender und kalorienverbrauchender Schreib- und besonders Denkarbeit habt ihr sie nun frisch aus der Druckerei vor euch liegen: Die einzigartige Schülerzeitung "Read Me".
Wieder einmal wurde von der Redaktion verzweifelt versucht, Euch eine gelungene Synthese aus Unterhaltung und Information zu bieten, unterstützt wurden wir dabei auch durch tausend Leserbriefe, aus denen wir uns die besten ausgesucht haben.
Darüber hinaus kommt, daß wir uns der rezessiven wirtschaftlichen Situation angepaßt und durch Umbesetzungen im Personalbereich die Schülerzeitung und deren Inhalt entscheidend verbessert haben.
Um das Druckerband und die intellektuellen Kapazitäten der Chefredakteure (auch unser EX) nicht übermäßig zu belasten, hören wir jetzt mit diesem überaus geistreichen Vorwort auf.
Zur Verifikation der Aussage, WIR haben sie nicht gezwungen, dieses Vorwort zu lesen.

 

Das Vorwort der Ausgabe 4/94

Wir haben uns alle Mühe gegeben, intellektuell, kunstvoll, relevant, provokant und unterhaltend zu sein.
Tut uns leid! Es ist leider derselbe Müll wie immer dabei herausgekommen. Aber da Ihr weder dieses Vorwort noch sonst etwas in dieser Zeitung ganz lesen werdet, ist das ja egal. Davon abgesehen, der Mensch ist doch klar von visuellen Eindrücken orientiertes Wesen, wer würde es Euch verdenken.
Um ehrlich zu sein, wenn mich jemand ganz lesen würde, müßte ich vor Scham erröten. (Tiefstapelei gehört zum Geschäft, oder war es Ehrlichkeit?)
Wie auch immer, Ihr habt sowieso keine vernünftige Schülerzeitung verdient. Nicht nur, weil grundsätzlich nur dann eine Reaktion auf meinesgleichen kommt, wenn meine Redakteure vor Euch auf Knien rutschen, sondern weil Vernunft ein schülerfremder Terminus ist.
Aber für alle die, die sich trotz allem für diese Zeitung interessieren:
Teile der Redaktion haben versucht, den rein empirisch betrachteten völlig unmöglichen Weihnachtsmann wissenschaftlich rational anzugehen, dazu kommt, daß wir wieder Kultur in gewissem Maße berücksichtigt und die Reihe unserer berühmten zeitgenössische Poeten fortgesetzt haben.
Ich wünsche Euch schöne Weihnachtsferien und bis dahin viel Spaß beim Blättern. Laßt Euch von diesem Vorwort nicht stören. Lest am besten zwischen den Zeilen, da steht nicht so viel. Überspringt alles, was nach Möchtegern-Kunst aussieht. Nur so überlebt man den Blätterdschungel.
P.S. Fast pünktlich zu Weihnachten haben wir von der SV ein Geschenk bekommen: Sie wollen uns das SV-Büro zur freien Vergnügung stellen und als Gegenzug richteten wir eine Seite für die SV zur freien Verfügung ein.
Zuletzt der Tip für Insider, die Redaktion sitzt jeden Donnerstag 1.Pause im Warmen.

 

Das Vorwort der Ausgabe 1/95

Und da isser wieder. Neuer, größer, länger, besser, "qualitativer" Read Me 1/95. Und hier meldet sich mit neuem Elan: EUER VORWORT zur Feier und Ehre des ultimativen Magazins von Welt, bei dem die Jugendlichen Niederkassels das Privileg weltweiten Erstbezugs genießen. Und auch im Jahre des Herrn 1995 lassen wir uns erneut vom Olymp herab und demonstrieren weiter geistige Überlegenheit durch konstantes publizieren dieses Jugendmediums, das im letzten Jahr (AD 1994) zur Reform der Medienlandschaft ansetzte und heute noch als Vorbild moderner Jugendmagazine gilt. Erfolgreich haben wir die Kulturzeitschrift nun zum ersten und zugleich letzten Male als fünfte Ausgabe herausgebracht und sind dabei erneut dem kulturellen Anspruch, den unser weltmännische Publikum stellen darf, mehr als gerecht geworden. Ich wünsche ihnen (ich auch) viel Spaß und gute Unterhaltung bei der weiteren Lektüre dieser Zeitung.

 

Das Vorwort der Ausgabe 4/95

Hi Leute,
wir haben uns gedacht, daß die Read Me eigentlich ein experimentelles Medium darstellt. Deswegen versuchen wir das Layout individuell an jeden Leser anzupassen. Die Artikel werden natürlich durch das neue Layout nicht schlechter als die vorherigen. Das wäre ja auch ziemlich schlecht. Wenn ihr aus irgendwelchen Gründen nicht mit diesem Layout klarkommen solltet, könnt ihr uns mittels eines Briefes oder sogar mündlich alles mitteilen (Probleme mit Freunden, Streß mit dem Partner, zu publizierende Liebesgeständnisse, Drogenprobleme oder sogar wenn ihr irgendwas an der Zeitung auszusetzen habt).

Ach ja, ihr hättet gar nicht das Durchgestrichene lesen müssen, denn hier unten steht alles ohne durchgestrichen zu sein. Also, im eigentlichen Sinne steht oben nur, daß wir mal wieder ein wahnsinniges Werk vollbracht haben und daß wir wieder einmal ein paar Leute haben, die sich freiwillig als Redakteure in dieser Zeitung betätigen wollen. Von diesen Leuten haben wir in dieser Ausgabe ein paar Versuchsartikel abgedruckt, , diese Artikel dürft ihr beurteilen, und wenn ihr mit dieser Beurteilung fertig werden solltet, könnt ihr uns das Ergebnis schriftlich mitteilen. In diesen Kommentaren könnt ihr alles loswerden, was ihr sowieso schon immer gegen Read Me sagen wolltet, das beste ist, daß alles auf die zukünftigen Redakteure abzuladen ist. Ihr tut nicht nur uns den Gefallen, da wir eure schwachsinnigen Äußerungen nicht mehr kommentieren müssen, sondern auch den "Neuen", weil sie das uns so verhaßte kommentieren an euren Briefen üben können.

Um dieses überaus qualifizierte Vorwort zu schließen: The limit of my language means the limit of my world.

 

Das Vorwort der Ausgabe 7/95

Liebe Leserin, lieber Leser,

an den nordrhein-westfälischen Lehranstalten wird die wohl für beide Gruppen bildende und zukunftsschaffende Zusammenarbeit von Schülern und Lehrern, unter dem Decknamen "Sommerferien", abermals für eine geraume Weile eingestellt.

Wir sammelten im Laufe der Zeit einige Fakten, über den oben kurz angesprochenen "Boykott", und im Endeffekt sind wir zu dem eher traurigen Endergebnis gekommen, daß wir innerhalb von kürzester Zeit unsere schulischen Gegenstände jeglicher Art, für diese oben genannte "geraume Weile", in irgendeine Ecke verbannen müssen und uns demzufolge keine andere Wahl bleibt, als uns voll und ganz der Muße hinzugeben, die warmen Sommertage zu genießen oder in Reisefieber zu verfallen und von Ferienstreß geplagt zu werden.

Im Anschluß an diese wunderschöne Einleitung zu einem durchgestylten Vorwort kann ich von der ganzen Redaktion Feriengrüße an das gesamte Lehrerkollegium und ein paar ausgewählte Schüler des Kopernikus Gymnasiums ausrichten. An dieser Stelle würde ich mich gerne mit der Hoffnung verabschieden, daß alle potentiellen Read Me Käufer das restliche Schuljahr überleben mögen und unsere hochgeschätzte Geistige Arbeit weiterhin mit ihrem Geld unterstützen werden-

"Und wir werden sagen können, daß kein Schwein dieses Werk je gelesen, geschweige denn verstanden hat."-Max Sagowski

"Ist vielleicht auch besser so."-Org von Olsza

 

Das Vorwort der Ausgabe 1/96

Und wieder ist es zum Erscheinen einer neuen Ausgabe gekommen. Die Read Me präsentiert sich erneut in altem bzw. neuem Glanze. Die Zeitrechnung mancher Redakteure ist immer noch vor den Osterferien ´96, da deren Artikel den Weg zum Chefredakteur bis Mai ´96 nicht geschafft haben. So ist es auch zu dieser verspäteten Ausgabe gekommen. Doch ihr habt die Chance, diesen Notstand zu beheben. Denn in der nächsten Ausgabe können schon eure Artikel mit von der Partie sein. Schreibt über die Welt, den Regenbogen und die Schmetterlinge. Die Redaktion behält sich vor, volksverhetzende Propaganda nicht abzudrucken oder auch sonstige Artikel, die in irgendeiner Weise gegen die Ethik oder Moral der Redaktion verstoßen. Doch all das sollte euch nicht davon abhalten, Lehrer zu kritisieren oder euren Mißmut über die SV auszudrücken. Ansonsten, das Jahr hat begonnen, wir leben noch, die Blumen blühen wieder und die Sonne scheint auf UNS nieder. Wir fordern mehr Rechte für männliche Feministen, rauchende Fünfklässler, Kindergärten für Lehrer, mehr Kunstinteresse an der Schule, Ketten für Fahrradständer, Lichterketten gegen die Gewalt gegen arme Schülervertretungs-Mitglieder (Klassensprecher, Klassenlehrer), ein dunkles Kellerloch für Unken und Kröten, mehr Bademöglichkeiten in der Schulstraße, Odol und Parfüm fürs Lehrerkollegium, ein Pappskyline-Modell für die Bücherei, Take That Gedenkmuseum in der Aula, Ersetzung des Kopernikusdenkmals durch das Kelly-Boot, Bärenfallen in der Raucherecke, freien Hanfanbau im Schulgarten, kostenlose Kondom- und Spritzenausgabe in der Schulstraße, Feuchtbiotop im SV-Büro, Ersetzung des Sanitätsraumes durch einen Kreissaal, Elektromobile für die Schule, Umbau des Kiosk in einen Stall für tibetanische Bergyaks, Hippies ins Lehrerkollegium, Edelstahlwärmflaschen für kalte Wintermonate, Fallschirme für die oberen Etagen, Schwimmflügel für Fünfklässler, Rettungsreifen für Lehrer, Eddings für kreative Schüler, Steinigungen in der Sporthalle, mehr Hecken für Heckenschützen, einen Pranger für nervende Lehrer auf dem Westhof, öffentliche Hexenverbrennungen, Hitze(frei)bier und Aufnahme der oben genannten Punkte in die Schulordnung.

 

Das Vorwort der Ausgabe 1/97

Es ist wieder einige Zeit seit der letzten Ausgabe verstrichen. Das neue Gebäude ist endlich da, daß ist auch wieder ein Grund für uns, da zu sein. Doch das der Gründe nicht genüge, wir haben noch weitere: Die POP-Komm ist vorbei, der Winter naht dem Ende, es gibt wieder Toilettenpapiertiefstpreise, wir feiern das Zweieinhalbjährige, die Brennwerte von Ottonormalkerzen sind deutlich verbessert worden und nun weniger umweltbelastend. Wir sind begeistert über die rege Beteiligung vieler neuer Autoren seit der letzten Ausgabe. Vielleicht hat unser Aufruf doch etwas genutzt. Doch trotz eures überwältigenden Zulaufs haben wir noch Plätze in einer überaus engagierten Redaktion frei. Ihr braucht nichts zu tun, kriegt dafür aber auch nichts geboten. Alternative wäre natürlich, ihr schreibt Artikel. Warum werden Vorwörter eigentlich nie gelesen? Warum kann ich meinen ganzen Frust im Vorwort niederschreiben, ohne daß es irgendjemanden interessiert? 1.38 Uhr kreatives Tief, ganz, ganz tief. Meine Füße schlafen ein, ich höre auf. Dieses Vorwort ist zu kurz und nun beginnen die Qualen des Verlängerns durch unsinnigen Text und durch Gedankenfragmente. Musik ist laut. Alle schlafen, außer ich. 2.47 Uhr, und die Zeit rinnt unaufhaltbar davon. Scheiß Bildschirmschoner. Warum bin ich immer noch hier und nicht irgendwo unter der gleißenden Sonne. Es ist Nacht. Es ist so dunkel um mich, nur das Schimmern des Bildschirms blendet mich. Toll gemacht, und schon ist das Vorwort annehmbar. Danke für Eure Hilfe.

 

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